GFN:
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Hallo und Gratulation zu 25 Jahre "In The
Nursery"! Würdet ihr euch bitte einmal kurz unseren Lesern
vorstellen?
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| ITN:
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IN THE NURSERY gibt es seid 1981. Die Band
besteht aus den Zwillingen Klive und Nigel Humberstone, die mit der
multi-lingual Sängerin Dolores Marguerite C und Percussionist David
Electric rund um die Welt spielen.
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GFN:
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Euer neues Album "Era" wurde gerade
veröffentlicht (22.01.07). Die Pressemkritiken sind sehr enthusiastisch.
Wie würdet ihr selber eure neue Scheibe beschreiben?
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Klive:
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Das eigentliche Konzept für das Album war
Musik zu machen, die durch Architektur inspiriert wird.
Musik und Architektur sind verbunden durch den Geist der Kreativität, die
Fähigkeit zur Vorstellung und Erschaffung. So hatten wir als
Grundgerüst verschiedene Gebäude im Kopf. Wir machten Fotos von
Tempeln und Schreinen während wir Japan besuchten (August´05). Das
war dann eher ein Feldversuch als ein Urlaub. Wir schauten uns Fotos von
Statuen und Monumente aus unserem vergangenem Urlaub in Mexiko an und den
Unmengen von Gebäuden dort (alt und neu), die wir gesehen hatten.
Wir überlegten uns, wie man eine solide Struktur in einen musikalischen
Sound interpretieren könnte.
Das Millau Viaduct Project in Frankreich war eine besondere Inspiration und der
Track 'Tempered Wings' hiess ursprünglich 'Millau' bis Sarah Jay ihren
Gesang hinzufügte.
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GFN:
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25 Jahre... eine lange Zeit, was? Was treibt euch immer
weiter an, diese spezielle Art von Musik zu machen? Woher nehmt ihr eure
Inspirationen?
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Klive:
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Ich habe schon in früheren Interviews davon
erzählt, wie wir zu unserem 16ten Geburtstag eine elektrische Gitarre
bekommen hatten und vom dem Erlebnis des Live Konzertes von Joy Devision im
Jahre 1979.
Unser älterer Bruder war ein Amateur DJ in seiner Jugend und Musik drang
ständig aus seinem Zimmer zu der Zeit - es war ein grosses Spektrum an
Musik, von Ska und Reggae bis frühem Rock mit viel Northern Soul. Musik
war für mich immer eine Emotion und wird es auch bleiben ohne sie
könnte ich mir nicht zu leben.
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GFN:
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Sarah Jay Hawley, bekannt für ihre Zusammenarbeit mit
"Massive Attack", singt auf 3 Stücken. Wie habt ihr sie
kennengelernt?
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Nigel:
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Sarahs Name tauchte bei Gesprächen auf und ich traf
sie ein paar Mal. Wir redeten über die Möglichkeit, dass sie ins
Studio kommt und ein paar Tracks ausprobiert. Ich hatte natürlich auch
ihre Sachen von Massive Attack gehört bzw. einige andere neue Tracks und
war sehr beeindruckt.
Arbeiten mit Sarah war wirklich einfach und sehr produktiv. Wir luden sie
einfach ein ohne ihr vorher etwas vorzuspielen. Dann zeigten wir ihre Teile der
Texte, Phrasen, Wörter und spielten ihr die Tracks vor.
Dann schrieb sie weitere Texte, arbeitete an den Melodien und wir mussten das
Ganze nur noch aufnehmen.
Es war sehr straight und organisch.
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| GFN:
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Euer Sound ist sehr speziell. Ich habe immer angenommen,
ihr hättet eine klassische Ausbildung. Aber in einem anderen Interview
habe ich gelesen, dem ist gar nicht so. Daher, wie entwickelt ihr eure
bombastischen Songs, die Partituren, usw.? Könnt ihr ein typisches
"Making Of" mal schildern?
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Klive:
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Es ist wahr, das weder Ich noch Nigel Noten lesen
können.
Alles, was wir tun ist "per Gehör" mit der Erfahrung der
jahrelangen Arbeit.
Soundtracks für Stummfilme und Studio Alben können zwei gänzlich
unterschiedliche Diziplinen sein. Ein fertiges Bild/Film fokussiert die
Möglichkeiten, ein neues Studio Album lässt Platz für Freiheit
und Expressionen.
Wir fangen meist mit einem Percussion Rythmus oder einer Melodie/Akkord an auf
einem Piano. Das wird in den Studio Sequencer aufgenommen und bearbeitet.
Manchmal schreiben wir Teile für ein echtes Cello oder Flöte, dann
laden wir die Musiker ein, ihre Musik selber einzuspielen oder wir
experimentieren mit unseren Sounds weiter herum.
Gesang und Texte kommen meist erst zum Ende des Prozesses hinzu.
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Nigel:
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Auf "ERA" verlangten einige Tracks nach ihrer
eigenen Melodie und Text. Ich finde, wenn du einen Track sehr laut spielst,
hörst du bestimmte Töne, die dich inspirieren zu einer bestimmten
Melodie - so passiert bei "Silent in Time" oder den backing vocals
auf "Futurebuild". Ein Vorab-Text wurde für eine Live-Darbietung
von "Blueprint" geschrieben, aber als wir im Studio waren, wurde
alles umgeschrieben für das Album. Dolores hatte den Luxus mit groben
Mixen zu arbeiten für ihren Gesang. Sie zeigte und dann die Texte, die
später von allen zusammen während der Aufnahmephase arrangiert wurden
- Diskussionen über Intonation, Wortwahl und wie bei "Vantage"
sogar die Wahl der Sprache wurde besprochen (Französisch statt Englisch).
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GFN:
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Ihr habt auch eine Menge Filmmusik geschrieben. Könnt
ihr bitte mal ein paar Namen nennen? Gibt es da aktuelle Projekte, an denen ihr
arbeitet?
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Klive:
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Wir haben die Musik für 6 Stummfilme geschrieben - das
nennen wir Optical Music Scores: 'Cabinet of Dr Caligari', die Dokumentation
'Man with a Movie Camera', der deutsche Film: 'Asphalt' und der japanische
Stummfilm 'A Page of Madness'.
Unsere Musik wurde ausserdem für einige Hollywood Trailer benutzt. Unter
anderem 'Interview mit einem Vampire' und 'Aviator'.
Beides sind spannende Nebenstränge unserer Musik.
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GFN:
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Nun ein oder zwei Fragen die zu unserer Gothic Eltern
Community passen :-)! Klive, du hast zusammen mit ITN Sängerin Dolores C.
Marguerite (ich verwechsel euch 2 jetzt hoffentlich nicht ;-)) eine Tochter.
Letztes Jahr war sie mit auf dem WGT, hat euch sogar auf die Bühne
begleitet. Hat sie ein musikalisches Talent?
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Klive:
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Nun, wir traten beim Jubille Ball auf und sie
unterstützte uns auf der Bühne mit einem Tambourin und hatte richtig
Spass dabei. In der Schule nimmt sie Cello Unterricht (zufälligerweise ist
ihre Musiklehrerin Liz Hanks, die auf unserem letzten Album mitgewirkt hat!)
und zuhause haben wir ihr die erste eigene Gitarre gekauft auf der sie
übt.
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GFN:
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Mag sie eure Musik? Und nehmt ihr sie viel auf Reisen
mit?
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Klive:
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India erkennt unsere Musik. Ich spielte ihr
mal ein neues Stück im Auto vor, das sie noch nicht kannte, und sie wusste
instinktiv, dass es unsere Musik war.
Wir sind mit ihr schon früh auf Reisen gegangen. Ihr erster Trip war mit 6
Monaten. Im Alter von 14 Monaten kam sie mit nach Mexiko City, wo wir
auftraten.
Sie war mit uns bei zwei WGTs in 2001 und 2006. Sie war eigentlich ja auch
schon vor Geburt mit uns unterwegs - als wir durch Deutschland tourten in 2000.
Dolores war bis zum 6 Monat mit auf der Bühne.
India hat unsere Musik unterschiedlich kennengelernt, teilweise noch im
Bauch.... das muss sehr laut gewesen sein!
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| GFN:
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Einige Kritiker, sogar Leutchen aus der Szene, allerdings
ohne Kinder, können nicht verstehen, warum wir unsere Kinder zu
Veranstaltungen wie dem WT mitnehmen. Sie sagen, es wäre falsch,
schlechter Einfluss, die Musik und die Leute wären zu extrem ;-), usw.
Was ist eure Meinung dazu?
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Klive:
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Ich finde, dass das WGT eines der grössten Events
seiner Art ist. Ich widerspreche jedem, der sagt es sei nicht familientauglich.
Ich wünschte meine Eltern hätten mich zu so etwas mitgenommen als ich
5 Jahre war! Ich denke, dass ist im Endeffekt eine persönlichen
Entscheidung. Es ist schon praktisch, dass das WGT Kindern und Eltern die
Teilnahme erlaubt. Live Musik mit meiner Tochter zusammen anzuhören ist
eine Belohnung der besonderen Art - ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens
(für beide Seiten!).
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GFN:
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Zu guter Letzt, ihr plant eine Tour für diesen
Frühling/Sommer? Wisst ihr schön Plätze, wo ihr spielen werdet?
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Nigel:
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Zur Zeit komponieren wir neue Musik für eine spezielle
Zeremonie auf einem grossen europäischen Festival im Mai.
Die Präsentation ist sehr gross angelegt.
Mehr Details wird es auf der ITN Homepage geben.
Wir sollen 30 Minuten neue Musik schreiben und live performen.
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