GFN:
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Seid gegrüsst, liebe Faune, wir freuen
uns, das wir euch zur aktuellen CD "Renaissance" (. s. "Szene
CD-Tipps", VÖ 04.07.05) als unsere Band des Monats begrüssen
dürfen ;-), hatten dafür schon länger ein Auge auf euch :-) Seid
ihr so lieb und stellt euch einmal kurz vor, mit Aufgaben innerhalb der Band?
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| Oliver:
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FAUN das sind:
Oliver Sa Tyr / Oliver Pade- Organisatorische Leitung der Gruppe
"FAUN". Seit über sechzehn Jahren musikalische Erfahrung und
zahlreiche Fortbildungen an Saiten-, Streich- und Rhythmusinstrumenten.
Tätigkeit als Studiomusiker u.a. für "Schandmaul", "
Furunkulus Bladilo", "Omnia". Gesang, Schlüßelfiedel,
keltische Harfe, Bouzouki, versch. Lauten und diverse Perkussioninstrumente
Elisabeth Pawelke- Mehrjährige Ausbildung in klassischem Gesang und
Rockgesang u.a. bei Sigrid Hausen (Estampie) und Stefan Maro. Langjährige
Tätigkeit in verschiedenen Bands aus dem Bereich der Independent-Musik.
Außerdem Aus- und Fortbildungen auf Drehleier (u.a.Riccardo Delfino) und
Klavier. Gesang, versch. Drehleiern
Fiona Rüggeberg- Klassische Ausbildung auf Klavier, Querflöte
und Gitarre. Studium der altorientalischen Musiktherapie (Uni Istanbul /
München). Ausbildung in orientalischer Musik- und Aufführungspraxis
und Tätigkeit als Studiomusikerin im Weltmusikbereich. Gesang, Dudelsack,
Dombra, Rebab, Oud, Flöten, Chalumeaux, Pommer & versch.
Rhythmusintrumente
Rüdiger Maul - (www.percussionprojects.com) Seit 15 Jahren frei
schaffender Musiker und Perkussionlehrer. Fortbildungen unter anderem bei Glenn
Velez (Framedrums), Louis Conte (L.A. Studio) und Jojo Mayer (Drumset).
Langjährige Tätigkeit als Studiomusiker und in den Bereichen Film-
und Theatermusik. Zusammenarbeit u.a. mit "Artists for Nature",
Martin Weiss und Udo Jürgens. Darabukka, Davul, Bendir, Tamborello, Riq,
Berimbao und diverse Perkussioninstrumente
Niel Mitra - Langjährige Tätigkeit im Bereich elektronischer
Musik, Kurator des Festivals (für elektronische Musik) Digital Analog 01
& 02, zahlreiche Bühnen und Theaterprojekte, Musikredakteur bei M
94,5, Resident DJ Ultraschall München Computer, Sampler, Synthesizer |
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GFN:
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Wenn man sich eure persönlichen
Porträts anschaut, erstarrt man fast vor Ehrfurcht ;-) Ihr scheint alle
hochkarätige (musikalische) Ausbildungen zu besitzen, arbeitet an vielen
verschiedenen Projekten und mit verschiedenen Bands. War diese Vielseitigkeit
auch ausschlaggebend für die Band-Zusammenstellung?
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Oliver:
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Gerade das macht es doch so reizvoll, dass z.B.
die arabischen Einflüsse aus Fionas Ausbildung auf die elektronischen
Klänge vom Niel treffen. Oder das die Klänge der mittelalterlichen
Instrumente durch Effekte laufen und somit z.B. althochdeutschen
Zaubersprüchen ein Höchstmass an Kraft geben.
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GFN:
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Wie würdet ihr selbst eure Musikrichtung beschreiben?
Geht euer Interesse für das keltisch/mittelalterliche über die Musik
hinaus, "lebt" ihr nach alten Traditionen/dem alten Glauben?
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Oliver:
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Wir gehören nicht dogmatisch irgendeiner Sekte oder
einem Coven an. Allerdings hat sich jeder von uns auf irgendeine Weise mit
Spiritualität auseinandergesetzt. Musik und Natur (eben auch
Naturreligion) ist der gemeinsame Nenner der die einzelnen Individuen von FAUN
miteinander verbindet, und welchen wir den Hörer näher bringen
wollen.
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GFN:
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Eure brandneue CD "Renaissance" setzt sich mit den
verschiedenen Facetten des Sterbens,Abschiednehmens und der Wiedergeburt
auseinander. Mich fasziniert auch gerade die "Leichtigkeit" in den
Stücken dieser CD (wie allgemein in eurer Musik). Was hat euch gerade zu
dieser Thematik inspiriert?
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Fiona:
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In dieses Thema fliesst natürlich die ureigene
Geschichte jedes Bandmitgliedes mit ein. Jeder Mensch muss früher oder
später einen Weg finden, mit Verlusten klarzukommen. Wir haben versucht,
gemeinsame Visionen dazu hörbar zu machen und durchleben in
"Renaissance" verschiedene Aspekte von Abschiednehmen,
Vergänglichkeit aber auch immer damit verbunden und ganz gewiss daraus
hervorgehend, Neuanfang und Lebenslust. Dieser zyklische Tanz von Werden und
Vergehen ist so selbstverständlich, so daß er oftmals übersehen
wird. Uns versetzt er in Staunen und helle Begeisterung und das wollen wir zum
Ausdruck bringen.
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| GFN:
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Ihr habt gerade letztes Wochenende (10.07.05) auf dem
"Bochum Total" gespielt.(Anmerkung: Das ist ein grosses kostenloses
Open-Air, mit verschiedenen Bühnen, wo sich dann die "normale"
Omi, Jägermeister vernichtende Teenies, der Stadtstreicher, Goths und mehr
einfinden.) War so ein Auftritt etwas neues für euch, schliesslich war es
schon ein arg durchmischtes Publikum ;-) Wobei ich fand, die Atmosphäre
eurer Songs hat das nicht gestört.. :-)
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Fiona:
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Obwohl der grösste Teil unserer Anhängerschaft
sich aus der Gotik/ Mittelalterszene rekrutiert, haben wir schon immer durchaus
gemischtes Publikum begeistern können. Das sehen wir als grosses
Kompliment, denn es zeigt, dass wir über Klischees hinaus Menschen mit
unserer Musik wirklich berühren. Es ist einfach wunderschön, wenn
eine alte Frau bei "König von Thule" mit Tränen in den
Augen mitsingt oder die Kinder mancher Fans Unda oder Egil Saga
(altisländisch!) auswendig können.
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Naturlich sind wir für viele Leute
ersteinmal seltsam. Aber schon oft und auch in Bochum kam von Menschen, die mit
der Szene gar nichts zu tun haben, sehr positives, geradezu begeistertes
Feedback.
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GFN:
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Ihr seid ja mittlerweile sehr erfolgreich und auf vielen
Festivals unterwegs, vor allem auch auf Gothic Festivals. Euer Kleidungsstil
auf der Bühne sieht auch (vor allem bei den Mädels ;-) meistens eher
"dunkel-mittelalterlich" aus. Habt ihr einen persönlichen Bezug
zu diesem Genre/Lifestyle? Viele mittelalterliche Bands finden das zwar
spannend und faszinierend, haben aber selber eher wenig damit am Hut..!?
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Fiona:
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Wir haben als Band schon einen eigenen Stil, der einen
Bogen spannt von der Ästhetik der Gotik- Szene bis zu fröhlichem
Heidentum. Das gilt eben auch für uns persönlich. Eigentlich leben
wir Faune auf der Bühne genauso wie abseits der Bühne. Das
heißt, was Ihr seht und hört, ist nicht nur Show. Wir streben stets
danach, auf der Bühne so ehrlich wie möglich zu sein, also genau die,
die wir eben sind- vor allem im Rudel.
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GFN:
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Der Erfolg von FAUN wächst mittlerweile steil
stetig ;-), wie wir selber so seit 2,3 Jahren (erstmalig uns auf dem
WGT/heidnisches Dorf ins Auge gefallen) beobachten. Wo wollt ihr hin ;-)? Habt
ihr da bestimmte Wunschträume/Ziele, die ihr mit FAUN erreichen wollt?
Könnt ihr euch grosse Chartserfolge vorstellen a la den (mittlerweile
ent-mittelalter´isierten LOL) IN EXTREMO z.B.
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Oliver:
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Das wichtigste ist erst einmal uns selbst treu zu
bleiben. Für unsere nächsten beiden Veröffentlichungen haben in
diesem Sinn etwas neues geplant, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht
verraten wollen. Es wäre falsch auf der Stelle zu treten, nur weil man mit
einer gewissen Art des Ausdrucks einmal Erfolg hatte. Wir und unsere Musik
entwickeln uns weiter und somit auch FAUN. Gerade auch mehr international zu
arbeiten reizt uns sehr. Eine neue Erfahrung, die uns immer mehr entgegen
tritt.
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GFN:
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Was ist denn dieses Jahr noch an größeren
und kleineren Auftritten eurerseits geplant? Dieses Jahr auf dem WGT hattet ihr
auch einen meisterhaften Jongleur mit auf der Bühne - solche Extras sind
dann aber sicher eher zufällig entstanden? War optisch ein schöner
zusätzlicher Anreiz.
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Oliver:
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Es folgen sehr viele Konzerte im Herbst /
Winter 05 in denen wir unter anderem das Material von Renaissance live umsetzen
wollen. Ich glaube man darf ruhig zugeben, dass es uns erst vor wenigen Wochen
gelungen ist, die Bühnentechnik endlich auf 100 % zu haben. Es war ein
sehr langer Prozess gerade die Klänge der alten Instrumente , wie auch die
Fusion mit der Elektronik live-tauglich zu machen und dabei nicht die
mystischen und mitunter leisen Töne zu vernachlässigen. Nun haben wir
jedoch die letzten Probleme beseitigt und freuen uns auf die kommende Konzerte.
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GFN:
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Wie ich an meinem eigenen Sohn beobachten kann, ist diese
Art von oder auch gerade eure Musik im speziellen ein absolutes Faszinosum
für (kleine) Kinder? Mein Kleiner ist völlig fasziniert, kann sich
das ewig (für einen 3-jährigen ;-) anschauen und mitklatschen. Freut
euch das, wenn ihr Kinder bei euren Auftritten seht (bei idealen Bedingungen,
wie z.B. im heidn. Dorf/WGT in Leipzig)?
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Oliver:
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Klar ein ehrlicheres Publikum wie Kinder gibt es nicht.
Wenn ihnen unsere Musik gefällt ist das für mich ein sehr gutes
Zeichen.
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GFN:
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Vielleicht habt ihr euch ja unsere Seiten einmal
angeschaut oder gar früher bereits einmal davon gehört. Was denkt ihr
so dabei, für manche ist das ja ein Kuriosum, Gothics mit Familie. Das das
eigentlich relativ gut klappen kann und sich sehr nette selbstbewusste Kinder
dabei entwickeln :-), das mögen sie ja nicht sehen.
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Oliver:
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Sex, Fortpflanzung und für Nachwuchs zu sorgen, das
ist einer der stärksten Triebe in uns. Diesen zu vernachlässigen kann
nur schaden. Keine Szene sollte dies außer Acht lassen.
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GFN:
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Wie schauts denn bei euch mit Familie, Kinder aus? Habt
ihr selber schon welche oder ist sowas in dem einen oder anderen Hinterkopf
;-)?
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Oliver:
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2 Musiker von FAUN haben bereits Kinder. Eines davon ist
sogar immer mit auf Tour und ich glaube wir können alle bestätigen,
dass wir den mittlerweile fast 2jährigen FAUN z.B. beim
Frühstück im Hotel nicht vermissen wollen, da er einfach mit dazu
gehört.
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GFN:
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Falls ihr euch auch privat mit
Keltentum, Naturreligion auseinander setzt, habt ihr vielleicht Tipps für
heidnische Eltern, die gerne auf sanfte, offene Weise ihre Kinder mit dem
eigenen Glauben in Berührung bringen möchten? Immer mal wieder eine
Frage unter unseren Familien..
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Oliver:
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IN die Natur gehen ist das wichtigste. Und auch den Glauben in den
Kindern zu stärken, dass die Natur lebt und voller Mythen und Sagen ist,
dass Geister, Kobolde und Feen die Pflanzen bewohnen, denn nur eine belebte
Natur ist voller Zauber und wert geschützt und verehrt zu werden.
P.S.: Persönlicher Tip (Spielanleitungen für Kinder in der Natur:
Sybille Günther: Bei Zwergen, Elfen und Trollen
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GFN:
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Vielen Dank für das Interview, wir freuen uns schon auf eure
nächsten Konzerte (live ist einfach am schönsten :-)!).
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Faun im Web: http://www.faune.de
Viele Bilder vom Konzert gibt es
hier
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