GFN:
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Seid gegrüsst! Könnt ihr euch bitte
einmal kurz vorstellen und uns erzählen wie Ihr persönlich zum
"Mittelalter" gefunden habt?
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Falk:
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Seid gegrüßt! Hier beantwortet gerade Falk
Irminfried von Hasenmümmelstein höchstselbst Eure werten Fragen. Ihr
habt Euch da wundervolle, aber darum auch sehr schwer zu beantwortende Fragen
überlegt. Sozusagen, keine von der Stange. Darum werde ich mich zwar
redlich bemühen, aber verzeiht, wenn ich das ein oder andere Mal scheitern
sollte.
Wir haben alle, jeder auf seine Wiese zum Mittelalter gefunden. Der eine
über den Instrumentenbau, der andere über die Musik, der nächste
über Reenactment. Ich selbst gehöre zu den letzteren, da mich das
Leben in alter Zeit stets faszinierte und ich es am eigenen Leibe erfahren
wollte, wie es denn wohl gewesen sein muss
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GFN:
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Was macht für Euch die Faszination vom Mittelalter und
Mittelaltermärkten aus? Warum glaubt ihr, zieht es zunehmend die Leute in
Ihren Bann?
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Falk:
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Mittelaltermärkte sind eine Möglichkeit den
Sorgen des Alltags zu entfliehen und einzutauchen in die Vergangenheit.
Für eine kurze Weile begibt man sich auf eine Zeitreise in alte Zeiten.
Das schöne daran ist, dass man jederzeit wieder in die mundane Welt
zurückkehren kann. Ich selbst lebe nun schon seit über zehn Jahren
einen Grossteil meines Lebens auf solchen Märkten und genieße es
mehr und mehr. Zugegeben, als Spielmann hat man gewisse Vorteile, die ich
zunächst als einfacher Kriegsknecht nicht hatte. Aber ich sehne mich a und
an nach Schwerterklang und Rüstungsputzen.
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GFN:
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Wie würdet ihr, ganz kurz, Eure Musik umschreiben - mal so
für die "wenigen" gefragt, die Euch noch nicht so kennen ;-)!
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Falk:
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Unser Ziel ist es druckvolle, tanzbare Musik zu machen,
die neben all der Modernen, sprich technischen Musik, Bestand haben kann, ohne
dagegen abzufallen. Wir bemühen uns in unseren Akustik CDs und Auftritten
die Menschen vergessen zu lassen, dass sie im 21. Jahrhundert leben. Wir wollen
sie so fühlen lassen, als wären sie damals mit dabei gewesen.
Sozusagen in ihnen den Zauber der Vergangenheit aufleben zu lassen.
Mit unsere Modernen Musik verfolgen wir ein anderes Ziel. Hier geht es darum
unter Verwendung alter Instrumente neues zu schaffen. Gerade diese Verbindung
von Alt und Neu, dieser Gegensatz, das ist es was in unseren Augen diese
gewisse Spannung erzeugt. Zudem haben wir Sendungsbewusstsein! Es gibt zu wenig
Dudelsäcke auf dieser Welt. Jeder sollte einen haben!
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GFN:
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Habt ihr von Anfang an eher mittelalterliche Musik gemacht
oder habt ihr unterschiedliche Ursprünge? Wie bildete sich die Musikgruppe
"Saltatio Mortis"
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Falk:
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Jeder von uns, auf seine Weise, erlag seinem Instrument.
Einmal einen Dudelsack gehört und nie wieder davon losgekommen. Vor
Saltatio Mortis, hat ein jeder von uns schon sein Instrument spielen
können und sich auf seine Wiese damit auseinandergesetzt. Darum war es uns
möglich sozusagen aus dem Stand heraus zusammenzuspielen.
Saltatio Mortis traf sich, ziemlich klassisch, auf einem Mittelaltermarkt im
Januar 2000. Dort haben wir, der Kälte zum trotz, eine Nacht lang am
Lagerfeuer zusammen gespielt. Endlich hatte man ja mal andere verrückte
getroffen, die auch dieses Fieber gepackt hatte und die noch nicht in einer
Band gespielt haben. So etwas macht süchtig. In einer Gruppe von fünf
Dudelsäcken zu stehen und Teil davon zu sein ist ein wunderbares Erlebnis.
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- Wie mittlerweile so einige Mittelaltercombos habt auch
ihr ein "zweites Gesicht" (gleichzeitig Name Eurer zweiten CD von
2002), denn neben der klassischen Variante gibt es Euch auch mit einer Mischung
aus Elektronik und mittelalterlichen Instrumenten. Was war hierfür der
Antrieb, seit ihr mit den vielen Mittelaltermärkten nicht ausgelastet ;-)
?
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GFN:
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Das Mittelalter gehört zu Saltatio Mortis wie der
Dudelsack. Aber wir spielen alle noch andere Instrumente und wollten auch diese
zum Einsatz bringen. Andere machen aus ihrer Liebe zur E-Gitarre ein
Zweitprojekt, wir machten unser "Zweites Gesicht".
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Falk:
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GFN:
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Ihr baut Eure (mittelalterlichen) Instrumente
weitestgehend selbst. Habt ihr das speziell gelernt? Wie kommt man auf so eine
Idee?
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Falk:
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Wir haben einen unter uns der gelernter
Instrumentenbauer ist. Ansonsten findet man eben niemanden, der in der Lage
wäre uns die Instrumente zu bauen die wir spielen wollen. Sei es der
Klang, die Lautstärke, die Spielweise oder das Aussehen. Auf all das legen
wir so großen Wert, dass wir es eben lieber selbst bauen als auf irgend
einen der obigen Aspekte zu verzichten.
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GFN:
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Zu Euren Fans zählen auch viele Gothics/Darkwaver.
Habt ihr selber auch einen Bezug zu dieser Musikrichtung/zu diesem Lifestyle?
Könnt Ihr Euch erklären, warum auch diese Szene solches Interesse an
Euch (oder auch generell am Mittelalter) hat? Es kann ja nicht nur am Namen
(Saltatio Mortis=Totentanz) liegen ;-)..?
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Falk:
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Das mag zum einen daran liegen, dass wir
selbst zu großen Teilen aus dieser Szene stammen. Beispielsweise findet
man mich und Lasterbalk jeden ersten Donnerstag in der Kulturruine in
Karlsruhe, wo wir als DJ Falk und DJ Lasterbalk zum Veitstanz audfspielen bzw.
auflegen. Die Gothic/Wave Szene ist, abgesehen von der eher einheitlichen
Farbe, die Facettenreichste aller Szenen. Was Lifestyle und ganz besonders die
Musik angeht. Wir fühlen uns da sehr wohl und zuhause. Wenngleich unsere
Freunde und Fans aus allen möglichen Szenen heraus zu uns gestoßen
sind. Wir wollen das was wir tun und sind nicht in den Dienst irgendeiner Szene
stellen, sondern für jeden der Ohren hat zu hören, Augen zu sehen und
einen freien offenen Geist hat. Viele Menschen die zur Goth/Wave Szene
gehören haben alles drei.
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GFN:
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Für Euch steht in Kürze eine
umfangreiche Tournee mit Subway to Sally an. Was können die Leute von Euch
auf der Tour erwarten? Eher die elektronische Variante Eurer Musik? Kommen dann
die Mittelalterfans zu kurz..?
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Falk:
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Die Tour könnte, wenn es nach uns ginge
noch viel länger sein! An dieser Stelle einen großen Dank an Erik
und Subway to Sally, dass sie uns mitnehmen wollen.
Wir werden auf der Tour das "Zweite Gesicht" spielen. Aber, wer einen
Liveauftritt davon jemals erleben durfte, der wird wissen, dass das Mittelalter
hier nicht zu kurz kommt! Es wird ein Fest werden. Zudem habe ich die grosse
Freude und das Vergnügen an dieser Stelle anzuerwähnen, dass wir zu
der Tour eine Maxi CD veröffentlichen werden. Sie wird bereits zwei
Stücke aus unserem neuen Album enthalten. Zum einen den Titel
"Falsche Freunde" und eine Cover Version von "God gave
Rock´n Roll". Zudem hat sich Lutz Demmler (Umbra&Imago, Dracul)
von uns überzeugen lassen, dass eine Dracul Remix Version von
"Falsche Freunde" eine wundervolle Idee wäre.
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Was habt ihr für die nähere Zukunft geplant?
Steht vielleicht schon eine neue CD an, arbeitet ihr an neuen Stücken?
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GFN:
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Wir haben jetzt erst mal unsere CD fertig. Sie wird am 26.
Januar 2004 erscheinen. Ihr Titel wird "Erwachen" sein, nach dem
gleichnamigen Titeltrack. Kaum ist aber diese CD fertig, haben wir schon wieder
allerlei Musik im Kopf die ebenfalls auf eine CD gebracht werden will. Zur Zeit
laufen die Konzeptionsarbeiten hierfür schon an. Aber, zuerst mal kommt
das "Erwachen"!
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Falk:
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GFN:
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Wie schauts bei Euch eigentlich mit dem Familienleben aus?
Habt ihr gar schon Kinder ? Wenn ja, wie lässt sich das mit dem
"unsteten" Tourleben vereinbaren?
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Falk:
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Familie sind für mich meine sechs Freunde, vulgo die
Band. Musik ist für uns zu unserem Leben geworden. Ich wollte niemals mehr
etwas anderes. Kinder haben wir alle noch keine, zumindest wissen wir nichts
davon. Irgendwann will bestimmt jeder von uns einmal eine Familie gründen,
aber es wäre eben eine Rock´n Roll Familie, oder es würde
früher oder später scheitern.
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Irgendwas (nettes), das ihr abschliessend unseren werten
Lesern mitteilen möchtet?
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GFN:
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Wir hatten sehr viel Spass und Freude mit euch, als ihr uns
besucht habt! Leider beenden viele Goth/Wave Menschen ihr Dasein, wenn sie eine
eigene Familie haben. Ihr beweißt dass das nicht stimmen muss! Das finde
ich Beeindruckend. Vielen Dank dafür.
Euer
Falk Irminfried von Hasenmümmelstein
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Falk:
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Vielen Dank!
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GFN:
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