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Band des Monats November: The Mission /Wayne Hussey

"I am so sorry it's taken me so long to get around to doing the interview for you but I only got home to Brazil a few days ago and didn't have proper access to the internet whilst I was away. Anyway, I hope it's not too late....... Cheers, Wayne"

GFN:

Hi Wayne, es ist uns ein eine Ehre, "The Mission" als Band des Monats zu präsentieren! Abgesehen von dir hat sich die Konstellation der Band öfters geändert ;-) Kannst du unseren Leser sagen, wer derzeit dazugehört? Oder arbeitest du nur mit freien Musiker zusammen?

Wayne:

Das Line-up der Band ist seit 2 bis 3 Jahren recht stabil, obwohl für die Europatour von "Lighting The Candles" Mark Gemineí Thwaite als Gitarist zurückgekehrt ist, da Rob HollidayVerpflichtungen bei The Prodigy hatte. Jedes Mitglied von The Mission hat andere Verpfichtungen, so dass es manchmal zu Kollisionen kommen kann. Dann wären da noch Rich Vernon am Bass und Steve Spring an den Drums.

GFN:

Du bist ja zur Zeit sehr beschäftigt. Eine grosse Europa-Tour, Release der DVD plus Live CD im September und jetzt auch noch die neue Single "Breathe Me In" mit Platz 1 der German Alternative Charts (Glückwunsch!). Was hast du sonst noch vor? Die Welt (wieder) erobern? ;-) Und können wir auf ein neues Album hoffen?

Wayne:

Ich bin vor allem ein Realist und mir sehr bewusst um den Platz, den The Mission im Weltgefüge hat. Klar wäre es gut, wenn wir ein paar mehr Platten verkaufen würden, aber ich denke nicht, dass The Mission noch einmal so erfolgreich werden wie Ende der 80er, Anfang der 90er. Und weisst du was, das ist auch absolut in Ordnung. Ich kann weiter Musik machen und habe ein Publikum dafür. Ein Publikum, das sich darauf freuen kann, das Ende 2006 ein neues Album erscheinen wird. Auch wenn der Rest der Welt deswegen kaum die Luft anhalten wird.

GFN:

Die DVD ist hervorragend geworden. Neben den Live Aufnahmen hat mir besonders die gesprochene Biografie gefallen. Das ist eine gute Idee gewesen. Es ist viel interessanter deine Gedanken zu hören als über die Vergangenheit zu lesen. War das deine Idee?

Wayne:

Ja. Die meisten DVD-Biografien bestehen nur aus ein paar Seiten Text und sind sehr langweilig. Ich wollte etwas anderes versuchen, etwas, wie du schon sagtest, interessantes.

GFN:

In deiner Biografie sprich du von The Mission - als der Liebe deines Lebens. Kannst du dir vorstellen, dass auch etwas anderes als The Mission diesen Part hätte übernehmen können?

Wayne:

Vater sein, kommt der Sache sehr nahe. Und der Begin meiner Liebe zu meiner Frau Cinthya. Ich war so besessen von ihr, von uns, dass ich alles aufgegeben hätte nur um mit ihr zusammen zu sein. Wie es sich herausstellte, musste ich das nicht... Das Leben kann so schön sein...

GFN:

Gibt es noch etwas, dass du mit deiner Musik bisher nicht erreicht hast, aber gerne würdest? Dir scheint alles zu gelingen, grosser Charterfolg, weltweite Publicity, etc.? Oder ist Erfolg nicht so wichtig für dich?

Wayne:

Doch, Erfolg ist sehr wichtig. Aber Erfolg ist subjektiv und bezugsabhängig. Es gibt immer wieder etwas größeres und wichtigeres zu erreichen. Aber nicht umbedingt Charterfolg oder abgöttisches Publikum. Ich würde mich lieber mit Filmusik beschäftigen. Ich fände es wichtiger, dass The Mission den Platz in der Geschichte aller Bands bekommt, den sie verdient. Allerdings ohne dieses ständig Feiern zu müssen.


GFN:

Das Konzert, welches wir am 8. Oktober in der Matrix (Bochum) gesehen haben war excellent. Wie immer. Über die Jahre zeigst du keinerlei Anzeichen von Müdigkeit. ;-) Woher beziehst du deine Kraft und Energie?

Wayne:

Ein bißchen Rotwein hilft immer. Dazu eine gute Portion Adrenalin und Nervosität. Die Liebe zu Musik. Und die Liebe zu der Verbindung zwischen uns und dem Publikum.

GFN:

Eine Frage bezüglich zwei älterer Songs. Da wir eine Familiencommunity sind, haben wir ein besonderes Interesse an Familienthemen. Du hast mindestens 2 besondere Songs über Kinder/Kindheit geschrieben - "Amelia" und "Daddy´s Gone to Heaven now". Kannst du uns zu dem Hintergrund der Songs etwas genaueres sagen?

Wayne:

"Amelia" bezieht sich auf einen Brief, den ich per MWIS von einem jungen Mädchen bekommen habe, die sexuell mißhandelt wurde durch ihren Vater. Es gab keine Absendeadresse so konnte ich ihr nicht anders antworten, als durch dieses Lied.
Bis zum letzten Jahr hate ich nichts mehr von ihr gehört, als ich eine email von ihr bekam, in der sie sich für das Lied bedankte. Sie schrieb, dass es ihr sehr geholfen hätte. Sie ist mittlerweile sehr glücklich, verheiratet und selber Muter eines Kindes. Mit ihrem Vater hat sich nichts mehr zu tun. Ich bin sehr froh, dass dieser spezielle Song einigen Menschen in ähnlichen Situationen sehr geholfen hat.
"Daddy’s Going To Heaven Now" habe ich für meine erste Frau geschrieben. Ihr Vater erlag einer tödlichen Krankheit und starb. Die Beziehung zwischen den beiden war im Laufe der Jahre sehr spärlich gewesen, aber in seinem letzten Jahr sprachen sie sich aus und waren sich wieder sehr nahe gekommen. Dann kam die Diagnose mit Krebs. Ich habe die Vermutung, dass er es innerlich schon wusste und alle Dinge in seinem Leben regeln wollte bevor er starb. Ich schrieb diesem Song aus der Sicht des Vaters, der Auf Wiedersehen zu seiner Tochter sagt und stellte mir vor, wie ich mich in solch einer Situation fühlen würde.

GFN:

Alle deine Songs handeln von der "Liebe" - aus verschiedenen Blickwinkeln. Was bedeutet "Liebe" für dich?

Wayne:

Besessenheit, Verlangen, Begierde, Nacktheit, Glauben, Vertrauen & spiritueller Glaube. Alles. Der Sinn des Lebens.


GFN:

Du bist selber Vater, was denkt deine Tochter über ihren Vater? ;-) Mag sie deine Musik, war sie schon auf The Mission Konzerten? Ist es schwer ein Vater und bekannter Musiker zu sein?

Wayne:

Meine Töchter(!) wussten immer, dass Musik mein Job ist. Es ist halt nur etwas anders als bei anderen Vätern. Ich denke, dass sie sich schon mal wünschten, dass ich ein bißchen "normaler" wäre. Beide mögen besonders "Butterfly On A Wheel" und die jüngere mochte "Happy" - bis ich im letzten Moment eine Textzeile änderte. Beide ware schon bei einem The Mission Konzert, obwohl ich nicht sicher bin das sie die Erfahrung genossen. Vater sein ist schwer. Punkt. ("Full Stop")

GFN:

Letzte Frage ;-) Möchtest du unseren Familien noch etwas persönliches erzählen (freiwillig)?

Wayne:

Nein, nicht wirklich. Ich bin immer sehr offenherzig gewesen in Interviews und manchmal wurden Menschen, die mir nahe sind durch mein grosses Maul verletzt.

GFN:

Vielen Dank für das Interview!

Interview von SiN

The Mission im WWW http://www.themissionuk.com/
Alle Bilder vom Interview hier
Konzertbericht aus Bochum hier

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